TRACES

Alexander Kapitanowski | Alexandra Sonntag
Malerei, Zeichnung

Vernissage: Freitag, 19. Juni 2026, 19 Uhr
Begrüßung: Regine Wolff, 1. Vors. BBK Osnabrück
Einführung: Christian Stiesch

Ausstellungsdauer: 19. Juni bis 8. August 2026

KunstQuartier | Bierstr. 33 | 49074 Osnabrück

Öffnungszeiten:
Di-Fr: 14:00 – 18:00 Uhr
Sa: 11:00 – 16:00 Uhr | Führungen nach Vereinbarung

Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung „TRACES“ von Alexander Kapitanowski und Alexandra Sonntag erforscht Spuren als malerische / zeichnerische Verdichtung von Erfahrung. Schichtungen, Brüche, Gesten und feine Überlagerungen verweisen auf Erinnerungsfragmente und emotionale Resonanzen. Ästhetisch wie psychologisch zeigen die Werke, wie Erlebtes sich in die Wahrnehmung einschreibt –
leise, aber nachhaltig. So entsteht eine suggestive Bildsprache, die Betrachtende berührt und für innere Prozesse sensibilisiert.

Alexander Kapitanowskis Arbeiten sind eine Hommage an das Unfertige / Non-finito: das Bild erscheint als offener Prozess des Werdens. Im Spannungsverhältnis zwischen weißem Grund und gesetzter Form bleibt das Noch-Mögliche sichtbar. Farbige Flecken und Klumpen-Einzelheiten bilden ein Gegengewicht zur leeren Umgebung und verorten das Dargestellte in einer imaginären Räumlichkeit. Kapitanowski bewegt sich damit zwischen ikonographischem Motiv und affektiver Farbe. Figuration verbindet er mit tanzhaften Gesten, Wind- und Bewegungsspuren, wodurch Körper nicht repräsentieren, sondern Zustände des Übergangs und der Erinnerung bezeugen.

Die Malerei von Alexandra Sonntag versteht sich als prozessuale Notation von Welterleben. Ihre Arbeiten entstehen nicht aus der Abbildung, sondern aus der Verdichtung von Wahrnehmung: Farbe, Linie und Fläche fungieren als Träger einer unmittelbaren, körperlich gebundenen Erfahrung. Im Akt des Malens wird Energie gebündelt, kanalisiert und in eine visuelle Sprache überführt, die zwischen Kontrolle und Loslassen oszilliert. Zentrale ästhetische Mittel sind Schichtung, Transparenz und gestische Setzung. Farbräume überlagern sich, werden geöffnet, wieder verworfen; Linien erscheinen als Spuren eines inneren Rhythmus. So entstehen Bildgefüge, die weniger abgeschlossen als in Bewegung begriffen sind.

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