EMAF 2023

++++EMAF 2023 – Die Ausstellung „Trembling Time“++++

Die Ausstellung des diesjährigen European Media Art Festival (EMAF) “Trembling Time”, die vom 19. April bis 29. Mai in der Kunsthalle Osnabrück zu sehen sein wird, beschäftigt sich mit verschiedenen Konzepten von Zeit und Zeitlichkeit.

Menschliche Existenz wird grundlegend von den Kategorien Raum und Zeit geprägt, wobei Zeit kaum greifbar, schwer zu definieren und zu durchdringen ist. Sie stellt sich alles andere als absolut oder objektiv dar. Konzepte von Zeit – und wie wir sie entwickeln, wahrnehmen, messen, wie wir mit ihr umgehen, sie denken, diskutieren und verändern – hängen davon ab, wie eine Gesellschaft jeweils strukturiert ist. Menschen nehmen sie je nach Kontext in Form von verschiedenen Zeitlichkeiten wahr, sie ist äußerst formbar in der menschlichen Erfahrung.

Die abstrakte, quantitative Zeitwahrnehmung, die unseren (Arbeits-)Alltag und Lebensrhythmus formt, heute forciert von digitalen Technologien, ist dabei historisch betrachtet eine stark limitierte Facette menschlicher Erfahrung. Hinter dieser linear gedachten Zeit, in der man die Vergangenheit hinter sich lässt und sich in eine veränderte oder veränderbare Zukunft bewegt, liegen die Erzählungen des Fortschritts des Kolonialismus bzw. kapitalistisch organisierter Gesellschaften. Dieses lineare Zeitverständnis stuft Gruppen nach ihren kulturellen Differenzen ab, von fortschrittlich nach rückständig, und legitimierte damit koloniale Interventionen mit dem Ziel der „Zivilisierung“.